Weiterbetrieb der PV-Altanlagen

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  • This topic has 13 Antworten, 1 Teilnehmer, and was last updated vor 1 year, 8 months by Susanne Jung.
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  • #569 Antworten
    Annette Soppelkamp
    Gast

    https://www.sfv.de/artikel/arbeitsgruppe_pv-altanlagen.htm

    Welche Ideen zum Weiterbetrieb der PV-Altanlagen haben Sie? Können Sie
    abschätzen wie hoch die Betriebskosten nach Ablauf des Vergütungsanspruches
    sind? Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass PV-Betreiber ihre
    Solarstrom-Altanlage weiter betreiben oder sogar modernisieren?

    #570 Antworten
    Helmut Kulzer
    Gast

    Liebe Solarfreunde,

    Ich habe meine ‚Altanlage‘ (3,18 KWp) 1993 installiert,
    damals war sie zunächst auf ‚Eigenverbrauch‘ geschaltet,
    d.h. nur der nicht selbst verbrauchte Strom wurde ins Netz abgegeben.
    Damals waren 3 Zähler in Betrieb für :
    – Erzeugung gesamt
    – Abgabe ins Netz
    – Bezug aus dem Netz.

    Im Jahr 2000 wurde die Anlage dann auf Volleinspeisung umgeschaltet
    (Kosten ca. 250 DM)
    Nun waren nur noch 2 Zähler in Betrieb:

    – Erzeugung gesamt = Einspeisung gesamt
    – Bezug aus dem Netz.

    Der dritte Zähler ist nach wie vor (z.Z.ungenutzt) im Schaltkasten.

    Ich denke, dass sich 2022 die Rückschaltung auf vorrangige Eigennutzung
    mit ähnlichem Aufwand durch einen Solar-Elektriker bewerkstelligen lässt,
    also ca. 250 Euro.

    Da die Module noch wie am ersten Tag funktionieren und auch der 2012
    einmal modernisierte Wechselrichter klaglos arbeitet, sehe ich keinen Grund, die
    Anlage nicht weiter zu betreiben. Eine kleine Vergütung wäre natürlich schön,
    ggf. auch ein eigener Batterie-Speicher überlegenswert.

    Ich werde dann unsere Stadtwerke ansprechen, ob sie mir den Ökostrom abkaufen würden.

    Mit sonnigen Grüßen
    H.Kzulzer

    #604 Antworten
    Manfred Einerhand
    Gast

    Guten Tag Herr Müller,

    Nach meiner Rechnung müsste der Umbau auf Eigenbedarf bei Ihnen Anfang 2021 erfolgen. Anlagen aus dem EEG 2000 waren nicht für Eigenbedarf zugelassen, das hat erst 2009 begonnen. Das müsste m. E. also geregelt werden und auch die Höhe der Vergütung. Es wird auch Diskussionen geben, ob der Netzanschluss mit Altwechselrichtern weiter betrieben werden darf (Sie haben schon modernisiert).
    Es gibt auch viele Anlagen auch Mietdächern ohne Möglichkeit des Eigenbedarfs oder Anlagen die dafür zu groß sind.
    Gruß Einerhand

    #617 Antworten
    Joachim F
    Gast

    Wesentlich ist eine unkomplizierte Regelung, auch in steuerlicher Hinsicht.

    Bei Kleinanlagen (möglichst bis 40 kW, wenigstens bis 10 kW, häufig sind es bei den älteren Anlagen unter 5 kW) sollte als eine Option Volleinspeisung zu einem festen Tarif angeboten werden, der zwischen 5 und 10 Cent/kWh liegen sollte. Auf die Berechnung von Umsatzsteuer, die ohnehin vom Abnehmer als Vorsteuer abgezogen wird, sollte verzichtet werden, so dass der Betreiber die Einnahmen lediglich in seiner jährlichen Einkommensteuer berücksichtigen muss. Auf regelungstechnische Besonderheiten wie 70%-Regel oder auf eine zeitgenaue Erfassung der Einspeisung ist zu verzichten. Der Netzbetreiber kann ja bei Bedarf die Stammdaten der Anlage (z.B. Ausrichtung) registrieren und daraus Herleitungen für die Netzbelastung ziehen, in der Regel wird das aber unerheblich sein.
    Einspeisevergütungen sollten jährlich gezahlt werden, wobei eine steuerliche Erfassung in dem jeweiligen Betriebsjahr (und nicht in dem darauffolgenden Jahr, in dem die Zahlung erfolgt) vorzuziehen ist. Ein Stichtag 30. November und Zahlung bis Weihnachten könnte sinnvoll sein, sonst eben zum Jahreswechsel.

    Die zweite Option ist Eigenverbrauch plus Überschußeinspeisung. Nachdem das ein paar Änderungen an der Installation erforderlich macht, sollte das nicht noch besonders unterstützt werden, auch wenn es für viele vorteilhaft sein wird. Hier ist eine Orientierung an Neuanlagen anzustreben, soweit es den Eigenverbrauch betrifft, und eine Vergütung für die Überschusseinspeisung nach dem durchschnittlichen Börsenmarktwert für solche Stromlieferungen. Eine Entschädigung für vermiedene Netzverluste ist vielleicht schon nicht mehr zeitgemäß, wenn die Zahl der Prosumer zunimmt.

    Die Einschaltung eines Direktvermarkters wäre vielleicht zuzulassen, ist aber praktisch nicht sinnvoll.

    Steuerlich wird es etwas kniffliger, die Kosten auf Eigenverbrauch und Einspeisung aufzuteilen. Wenn man den Eigenverbrauch der privaten Lebensführung zuordnet, die wie der Eigen“miet“wert des selbstgenutzten Wohnhauses steuerfrei bleibt, sollte nicht für die Überschusseinspeisung eine aufwändige Steuerberechnung erfolgen.

    Eine vernünftige Lösung wäre es meines Erachtens, wenn man
    * für den Übergang in die „private“ Sphäre einmalig einen gewissen pauschal berechneten Restwert ansetzt, der z.B. 150 Euro/kW betragen könnte, das entspricht etwa einem Siebtel der Kosten einer sehr preiswerten Neuanlage und würde für 20 Jahre alte Anlagen einigermaßen passen. Er könnte auch an dem Einspeisungsvolumen des letzten oder der letzten drei Jahre bemessen werden.

    * Für die Überschußeinspeisung wird eine pauschale Besteuerung von z.B. 10% des Einspeisewerts vorgenommen. Bei einem normalen Steuersatz des Steuerpflichtigen von 40% entspricht das einer Besteuerung von 25% der Erlöse und der Annahme, es gäbe 75% absetzbare Kosten. Bei einem Steuerpflichtigen mit einem Steuersatz von 30% entspräche das einer Besteuerung von 33% der Erlöse und der Annahme, es gäbe 67% absetzbare Kosten. Dabei entfällt jede einzelne Geltendmachung von (Werbungs-) Kosten. Die Pauschalbesteuerung wird gleich vom Netzbetreiber einbehalten.

    * Auch eine Pauschalsteuer für den Restwert könnte im Prinzip vom Netzbetreiber einbehalten und bei der letzten „vollen“ Einspeisungsvergütung in Abzug gebracht werden, wofür allerdings ein höherer Steuersatz gelten würde. Bei einem Restwert von 150 €/kW und einem ebenfalls pauschal festgesetzten Steuersatz von 30% müssten 45 €/kW erhoben werden. Würde diese Steuerbetrag bei 900 Vollaststunden/a auf die ca. 900 kWh verteilt werden, die jedes kW Leistung erzeugt, würde der Steuerbetrag also 1 Euro je 20 kWh Stromerzeugung des letzten Jahres entsprechen, oder umgerechnet 5 Euro-Cent je kWh. Diesen Betrag würde der Netzbetreiber also von der Einspeisevergütung abziehen und als Abschlagssteuer an das Finanzamt überweisen. Eine Orientierung ausschließlich an der eingespeisten kWh-Zahl wäre damit am einfachsten, zumal damit implizit auch Reduzierungen der Leistung der Anlage über die Jahre ebenso berücksichtigt wären wie die niedrigere Wert einer ungünstig ausgerichteten Anlage.
    Damit wäre die Anlage dann ohne weitere steuerliche Folgen ins Privatvermögen übergegangen und würde im Eigenverbrauch unversteuert nutzbar sein, bei Einspeisung der Pauschalbesteuerung mit 10% (entsprechend 25% Gewinnanteil) unterliegen.

    Man sieht übrigens, dass es letztlich zum selben Ergebnis führt, ob man höhere Wertannahmen oder höhere Pauschalsteuersätze festsetzt. Die wesentlichere politische Ermessensentscheidung ist ohnehin die Festsetzung der Einspeisevergütung; natürlich könnte eine höhere Einspeisevergütung auch eine höhere Besteuerung kompensieren oder umgekehrt. Gäbe es keine steuerliche Sonderregelung und Abschlagsbesteuerung des Restwertes, würden wohl viele Steuerpflichtige die alte Anlage einfach stillschweigend ins Privatvermögen „umbuchen“ und es entstünden gar keine Steuern. Umsatzsteuererklärungen über Minibeträge, die nach Ablauf der hohen Anfangsvergütung auf ein Zehntel absinken, machen den Ämtern nur Arbeit. Daher sollten auch die Finanzbehörden zustimmen.

    Bei einer im äußersten Fall 40 kW starken Anlage mit 900 Volllaststunden und 36.000 kWh Jahreseinspeisung gäbe es bei einer Einspeisungsvergütung von z.B. 7 Cent und Volleinspeisung einen Erlös von 2520 Euro p.a. Der würde dann mit 10% pauschal besteuert, als in Höhe von 252 Euro. Im Jahr des Wechsels käme dazu eine Einmalbesteuerung von 1.800 Euro. Würde man diese gedanklich z.B. über 10 Jahre Nutzung aufteilen, beträgt die Steuerlast 432 Euro pro Jahr. Bei regulärer Besteuerung mit 42% für Steuerpflichtige mit hohem Einkommen würden maximal 1058 Euro Steuern pro Jahr fällig werden, meist aber weniger wegen Abzug von Betriebskosten und wegen niedrigerem Steuersatz im Zuge Steuerprogression. Die wesentlich vereinfachte Steuerermittlung und Steuererfassung bringt also selbst bei vergleichsweise großen Anlagen keine allzu großen Ersparnisse oder Mehrbelastungen.

    Bei Weiterbetrieb und Selbstnutzung des Strom durch bzw. in einem gewerblichen Betrieb würden natürlich die normalen Buchhaltungspflichten gelten, denen der Betrieb ohnehin nachkommen muss, und wo es auf ein paar Belege zusätzlich nicht ankommt; dafür kann der Betrieb meist einen höheren Eigenverbrauchsanteil erreichen. Die Abschlagssteuer wird dann als Steuergutschrift berücksichtigt.

    Bei einer kleinen Anlage, die z.B. nach 20 Jahren noch 2000 kWh p.a. erzeugt und damit einen Brutto-Erlös von 140 Euro erreichen könnte (bei Volleinspeisung mit 7 Cent/kWh), bringen monatliche Abschläge nur unnötige Unkosten mit sich. Aber auch bei einer Zahlung von um die 2500 Euro p.a. (abzüglich Steuerabschlag) hätte eine nur jährliche Vergütung keine nennenswerten Zinsverluste zur Folge. Wichtiger ist es, hin und wieder auf den Zähler zu schauen, ob die Anlage normal läuft.

    #618 Antworten
    Joachim F
    Gast

    Fortsetzung:

    Bei Teileinspeisung sollte entgegen dem Vorschlag des SFV nicht die Forderung aufgestellt werden, den Monats- oder Jahresdurchschnittswert des Marktwerts der gesamten Solarerzeugung zu vergüten, d.h. überwiegend entsprechend dem „Last“profil von Volleinspeisern. Vergütet werden sollte stattdessen der in der Regel niedrigere Marktwert, den die Überschußleistung erreicht – bei der ja gerade diejenigen kWh wegfallen, die der Betreiber selber nutzt, und zu dieser Zeit werden auch andere Stromverbraucher mehr Strom benötigen. In der übrigen Zeit ist der Strom id.R. weniger wert. All das ist einheitlich und jahresweise zu ermitteln, dabei die Lastprofile bei statistisch ausgewählten Teileinspeisern.

    #619 Antworten
    Joachim F
    Gast

    Zur gegenwärtigen steuerlichen Behandlung bei privatem Eigenverbrauch:

    Im Prinzip gäbe es bei unveränderten Gesetzen vermutlich zwei Sichtweisen bzw. Alternativen:

    a) Die gewerbliche Nutzung würde aus Sicht des Finanzamtes im wesentlichen fortgeführt. Bei voll abgeschriebenen Anlagen fallen keine Abschreibungen mehr an. Gibt es auch sonst in einem Jahr keine laufenden Kosten (Versicherung wird kaum lohnen, Reparaturen gibt es nur gelegentlich), würden die Erlöse voll besteuert, und zwar einerseits aus der Einspeisung ins Netz, andererseits ein etwas komplizierter zu bestimmender Wert für den Eigenverbrauch, für den dann auch MWSt abgeführt werden muss. Würde für den Eigenverbrauch der (niedrige) Wert für die Einspeisung verwendet, käme man noch ganz günstig davon, teurer wäre es, wenn das Finanzamt den ersparten Stromeinkauf ansetzen würde.

    b) Ein Anteil der Solaranlage, der die private Nutzung repräsentiert, würde in steuerlicher Sichtweise mit dem aktuellen Wert aus der bisherigen gewerblichen Nutzung entnommen; wenigstens bei künftig rein privater Nutzung wäre das naheliegend (die gibt es selten in Reinform, könnt aber aus steuerlichen Gründen gemacht werden, der überschüssige Strom besser „verschenkt“ werden). Dafür müsste also ein Wert der Anlage zum Zeitpunkt der Beendigung der gewerblichen Tätigkeit bestimmt werden und ggf. der private Anteil ermittelt. Wenn der nicht 100% wären, müsste überlegt werden, ob die Aufteilung nach kWh oder nach Wertanteil erfolgt; letzteres ergäbe einen höheren Privatanteil. Der eingespeiste Anteil bliebe gewerblich, künftige Kosten würden zwischen privat und gewerblich aufgeteilt werden.

    Alles ziemlich kompliziert, viele unklare Beurteilungsmaßstäbe, viele Rückfragen vom Finanzamt, warum man gerade diesen Ansatz gewählt hat usw.

    Der von mir vorgeschlagene Vorgehensweise mit gesetzlich festzulegenden Pauschalsätzen klingt auf den ersten Blick vielleicht auch etwas kompliziert, ist aber in der Durchführung sehr einfach, weil
    * es keine Bewertungs- und Ermessensspielräume gäbe, sondern alles auf eine einfache Weise festgesetzt wäre, und
    * die Steuerabführung durch den Netzbetreiber erfolgt, der die dafür maßgeblichen Grunddaten (insbesondere den kWh-Ertrag sowie die Einspeisungsvergütung) ohnehin kennt.
    Künftige Kosten (z.B. den Teil der privaten Hausratsversicherung? Wie soll man das jeweils aufteilen?) würden einfach nicht mehr gesondert steuerlich erfasst werden, sondern wären durch die pauschalen Prozentsätze berücksichtigt.

    Vergleichbare Vereinfachungen der Steuererhebung gibt es viele, oft vorteilhaft für den Steuerpflichtigen, man denke nur an die km-Pauschale, die Dienstwagenbesteuerung und die Zinsabschlagsteuer. Hier also eine „Solar-Abschlagsteuer“ auf die Einspeisungserlöse und auf die Privatentnahme der Altanlage. Sollte bis 2020 gesetzlich geregelt werden.

    #620 Antworten
    Susanne Jung
    Gast

    Hallo Herr F,

    Sie schreiben:
    „Bei Teileinspeisung sollte entgegen dem Vorschlag des SFV nicht die Forderung aufgestellt werden, den Monats- oder Jahresdurchschnittswert des Marktwerts der gesamten Solarerzeugung zu vergüten, d.h. überwiegend entsprechend dem „Last“profil von Volleinspeisern. (…)“

    Der SFV hat nicht den Vorschlag unterbreitet, für PV-Altanlagen Teileinspeisungen vorzusehen.
    Wir setzen darauf, dass PV-Altanlagen ohne technische Änderungen weiterhin als Volleinspeiseanlagen betrieben werden. Wir wollen es zwingend vermeiden, komplexe, kostenintensive und bürokratische Strukturen aufzubauen. Würde dies der Fall sein, wäre zu befürchten, dass zahlreiche Betreiber von PV-Altanlagen ihre Stromerzeugungsanlage vom Netz nehmen, obwohl sie noch voll funktionstüchtig ist. Das ist aus ökologischen / Klimaschutz-Gründen unbedingt zu vermeiden.

    Viele Grüße
    Susanne Jung
    jung@sfv.de

    #621 Antworten
    Daniel Bauer
    Gast

    Hallo zusammen,

    wir sind seit über 30 Jahren Installateur uns selbst Betreiber von PV-Anlagen. Wir begrüßen die Intention des SFV die Anlagen aus Gründen der Einfachheit in der Volleinspeisung weiter zu betreiben. Aber unserer Meinung nach muss die Vergütung für kleine PV-Anlagen bis 30 kW im Bereich von mindestens 10 ct/kWh liegen. Denn die Betreiber werden die Anlagen nur weiterlaufen lassen wenn Sie einen finanziellen Vorteil haben.

    Ein Teil der Anlagen wird auf Eigenverbrauch umgebaut werden. Da aber vermutlich die technischen, steuerlichen und umlagetechnischen Anforderungen an den Eigenverbrauch so hoch sind, besteht die Gefahr dass die Anlagen „schwarz“ auf Eigenverbrauch durch Fachfremde umgeklemmt werden.
    PV-Anlagen mit 20-100 kW die besonders in der Landwirtschaft oder vermieteten Gebäuden/Hallen in den Jahren 2003-2009 installiert wurden, sind häufig an Zähleranschlusssäulen mit Freischaltstelle an einem anderen Punkt des Grundstücks oder der Straße angeschlossen, weil der Netzanschluss die Leistung nicht aufnehmen konnte oder der VNB dies damals nicht erlaubte. Hier ist ein Umbau auf Eigenverbrauch wegen fehlenden Leitungen, fehlendem Stromverbrauch (Höfesterben) oder Mietern nicht möglich.
    Wir würden generell eine deutliche Vereinfachung des EEG’s und Abschaffung der EEG-Umlage auf Eigenverbrauch, sowie SmartMeter usw. begrüßen, damit nicht wieder zusätzliche Verordnungen und Messkonzepte (z.B. Mieterstrom) notwendig werden.

    Freundliche Grüße
    Daniel Bauer
    Bauer Energietechnik

    #622 Antworten
    Stephan Weitershaus
    Gast

    Hallo zusammen,

    das wird ganz schön spannend. Besonders das Gemurckse der letzten Jahre an einem ursprünglich genialen EEG. Will auch mal kurz den Namen Hermann Scheer erwähnen. Meine Situation ist wie folgt. PV aus 1991, erweitert 1999. Also beide auslaufend bei den ersten. Nach Blitz komplett erneuert, auf dem neuesten Stand .Eigenverbrauchsanlage aus 2011 am gleichen Netzverknüpfungspunkt. 2011 heisst das der Eigenverbrauch gefördert wird. Wenn jetzt die anderen in den Eigenverbrauch,und ich will nichts Anderes, kommen weiss keiner wie das abgerechnet wird. AUf die Eigenverbrauchszulage würde ich verzichten. Möchte jetzt die aus 2011 mit einem Plenticore und Speicher umrüsten. Der könnte dann die alte Anlage auf der AC-Seite anbinden. Wenn es technisch möglich wird das die WR funktionieren würde ich auch vom Netz gehen Schön das es diese Forum gibt und nicht jeder von uns das Rad neu erfinden muss.

    Mit sonnigen Grüßen

    Stephan

    #624 Antworten
    Anke
    Gast

    Hallo zusammen,
    ich betreibe eine kleine Anlage von 3,3 kWp, seit 1998.
    Dem Beitrag von Daniel Bauer stimme ich voll zu. Eine Vergütung <10 Cent/kWh wäre sehr unglücklich.
    Bei kleinen Anlagen sind die jährlich anfallenden Kosten, im Verhältnis, zu hoch.
    Für mich steht fest, dass ich die alte Anlage nicht mehr weiter betreibe, falls nicht ein kleiner Überschuss bleibt.
    Falls 10 Cent/kWh bezahlt würden und eine Erzeugung von 2000 kWh/Jahr vorliegen würde, wäre der Bruttobetrag „nur“ 200 Euro/Jahr.
    Davon erhalten die Stadtwerke und der Staat noch Ihren Anteil + Versicherungskosten + Wartungskosten …
    Schade 🙁
    Ich hoffe natürlich auf eine sinnvolle Regelung.

    Gruß
    Anke

    #641 Antworten
    Winfried Schneider
    Gast

    Hallo zusammen,

    hat denn schon jemand den Netzbetreiber nach seinen Plänen für Altanlagen befragt??

    Meine Historie ist ähnlich wie die von Helmut Kulzer (Beitrag 2 vom 24. April): 2,04 Wp seit 1995, zunächst mit Überschuss-Einspeisung und Vorrang für Eigenbedarf, Umbau 2001 in Volleinspeisung. Damals seltene Sonderheit: Sie ziert ein 5-geschossiges MFH aus der Nachkriegszeit inmitten dichter Bebauung. Die ET-Gemeinschaft hatte es mir als DG-Bewohner gestattet und die Hausanlage im Gegenzug auf meine Kosten eine neue Erdung erhalten. Außerdem hält der Wechselrichter schon seit 24 durch (SOLWEX 2090 von Karschny Elektronik, SH). Bei im Mittel 1344 kWh Einspeisung kann ich nur Anke und Daniel beipflichten (Beiträge 12./27. September), dass Weiterbetrieb mit 5 Cent (hier gut 60 Euro) nicht wirklich hilft. Denn „meine“ Stadtwerke Düsseldorf erhoben in der Vergangenheit mal 44 Euro Zählergebühren, bevor sie nach einiger Zeit wieder vernünftig wurden. Für einen Check oder gar jährliche Wartung bliebe dann gar nix mehr und ich würde versuchen, die Einzelteile zu vermarkten, um den Abbau zu tragen. 10 Cent müssten es wirklich sein!

    Dabei ist die Kernidee des SFV doch eigentlich „alternativlos“, um das Merkelwort hier einmal sinnvoll einzusetzen! Dachbefestigung und Träger, Leitungen und Schacht zum Einspeisepunkt (Zählerschrank im EG) und Kreuzerder im Keller zur Blitzableitung rufen als vorhandene Infrastruktur geradezu nach Weiternutzung am Ende der Lebensdauer! Und diese ist, wie ich lese, offenbar auch bei an anderen Anlagen bei weitem nicht erreicht. Wie Helmut Kulzer kann ich keine Müdigkeitserscheinungen der Solarmodule erkennen (BP 585): Mitte November sah es kurz so aus, als könne gar das „Jahrhundertjahr“ 2003 getoppt werden. Nun wird’s knapp verfehlt, aber dass es soweit noch einmal kommt, wäre mir vor 15 Jahren im Traum nicht eingefallen.

    Das Wichtigste ist in der Tat die Beseitigung bürokratischer Hemmnisse: Bruchloser Weiterbetrieb in Volleinspeisung statt Genehmigung und Vermeidung „komplexer, kostenintensiver und bürokratischer Strukturen“, wie Susanne Jung es ausdrückt.

    Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. – Ach ja, noch mal die Eingangsfrage: Gibt es schon Stellungnahmen einzelner Netzbetreiber?

    Sonnige Grüße,
    Winfried Schneider
    https://www.youtube.com/channel/UCBsp3S6OJY2vJlgoeYtUbow

    #642 Antworten
    Winfried Schneider
    Gast

    PS: Zur Eingangsfrage von Annette Soppelkamp

    Aufgrund der geschilderten Erfahrung erwarte ich für die (auf 90 Prozent Leistung nur 10 Jahre garantierten!) BP-Module locker 30 bis 40 Betriebsjahre, während ich beim Wechselrichter (2 Jahre Garantie!) schon lange mit Ersatzbedarf rechne. Die dafür grob rund 1000 Euro (die hoffentlich auch den Einbau decken, recherchiert ist das nicht) benötigten bei 134 Euro Vergütung (=10 Cent/kWh!) ./. 34 Euro Zählermiete 10 Jahre zur Refinanzierung, ohne dass noch Geld zur Wartung bliebe. Das würde ich wohl riskieren, für 5 Cent aber nicht!!

    Auch befürchte ich, dass die SWD AG sich nicht mit 34 Euro begnügen wird. Ich bin schon froh, dass die Gebäudeversicherung Provinzial die erhöhte Haftpflichtprämie nach offenbar guten Erfahrungen strich und PV wie Markisen behandelt. Ein Rückbau auf Vorrang für Eigenverbrauch macht sicher 500 Euro, die sich kaum lohnen, da ich in den 1990ern trotzdem 80 Prozent ins Netz speiste.

    Kernpunkt bleibt also der möglichst reibungslose Weiterbetrieb wie gehabt und ohne Hürden!! Einen Check durch den Netzbetreiber für fixe Gebühr <100 Euro für nochmal 20 Jahre, hier 2035, würde ich noch soeben schlucken. Auch die Zählermiete sollte der Gesetzgeber deckeln, vielleicht als Stufenmodell in Leistungsklassen. Denn bevor ich draufzahle, wenn der Wechselrichter aufgibt, baue ich ab!

    Zusammengefasst: Selbst bei 10 Cent/kWh erwarte ich bis 2030 nur 1340 Euro, die sicherlich einen Wechselrichter decken müssen. Das geht nur, wenn andere Kosten gering bleiben. Ein sonstiger Umbau ist nicht drin. Und mit 5 Cent rechnet sich nicht gar nix.

    Den rechtlichen und steuerlichen Anfangsaufwand des Grundmodells (Eigenverbrauch vs. Einspeisung vs. Verkauf an Dritte) rechtfertigt nur eine Anlage mit entsprechend langer Perspektive, die uns Jürgen Trittin dankenswerter Weise im Jahr 2000 eröffnete. Der Wechsel dieses Modells käme bei einem Neuaufbau im Zuge einer „Abwrackprämie“ mit erneuter 20-Jahre-Perspektive in Betracht, sonst nicht.

    Das Gute zum Schluss: Heute war der 8547. Kalendertag seit Netzanschluss, es gab höchstens 10 Ausfalltage! Davon 1998 etwa 5 am Stück, als eine zu schwach ausgelegte Sicherung während meiner Abwesenheit aufgab. Montags lötete der Verkäufer auf Kulanz (es waren schon 3 Jahre um) eine stärkere ein, seitdem läuft der Wechselrichter durch. Höchst selten hatte er Startschwierigkeiten und kam erst nach Reset in Betrieb, was ich oft erst abends oder Tags drauf bemerkte. Ebenso selten legte eine Schmelzsicherung eine Gruppe lahm. Fast laufen die letzten Jahre besser als die ersten, weil Sicherungen nun auf Vorrat liegen. Verfügbarkeit: 99,9 Prozent! Geniale PV!

    #643 Antworten
    Winfried Schneider
    Gast

    PPS: Kohl hatte nach seiner eigenen „geistig-moralischen“ Wende keine solche in der Energieversorgung zum Ziel und zahlte uns vor 30 Jahren trotzdem 17 Pfennige. HH-Strom kostete vielleicht 25, später 30 Pfennige. Heute kostet er 25, bald 30 Cent. Also müsste es 17 Cent für die Einspeisung geben, nur um Kohls Niveau zu halten – bei nur 5 Cent käme ich mir ganz ehrlich mächtig verarscht vor! Denn anders als damals ist die Fortführung der Energiewende doch allseits erklärtes Ziel!

    Zwar geht es um meist abgeschriebene Anlagen – selbst ich als Pionier bin trotz unerwarteter Mehrkosten zu Beginn (Erdung, Dachumbauten) wie auch im Betrieb seit ganz kurz im Gesamtplus und beim Finanzamt rechtssicher außerhalb der Liebhaberei. Doch birgt der Weiterbetrieb auch Risiken: Was, wenn nach Ersatz des Wechselrichters doch ein oder mehrere Module unerwartet aufgeben? Das Eingehen dieses Risikos bedarf eines Anreizes! 1995 war Enthusiasmus. Heute blicke ich ernüchtert auf die künftige Rente, kalkuliere und wünsche mir die Kohlschen 17 statt 10 oder gar 5 Cent. Dann stünden 2.278 Euro Bruttoertrag gegen Ersatzinvestition und 10 Jahre Betriebskosten …

    17 Cent sehen nach viel aus, wenn man auf den Börsenpreis blickt. Doch die Erzeugung meiner Kleinstanlage verlässt bei 9 Nachbarn kaum den Hausanschluss, bleibt also, obwohl er eingespeist wird, weitestgehend im eigenen Hausnetz. Ich fürchte allerdings, dies ist im Gesamtkontext ein eher exotischer Fall und schon bei 3, 4, 5 kWp sieht die Kalkulation entspannter aus, fallen Wechselrichter (besonders die Montage) sichtbar weniger ins Gewicht.

    Meine Statements sind lang geraten, sorry – Daniel Bauer hat es schön und gut zusammengefasst!

    #644 Antworten
    Susanne Jung
    Gast

    Lieber Herr Schneider,

    wir haben viele zustimmende Rückmeldungen auf unseren Vorschlag zum Weiterbetrieb der PV-Altanlagen nach Ablauf der Vergütung erhalten. https://www.sfv.de/artikel/pv-altanlagen_anschlussfoerderung_nach_ablauf_der_verguetung_.htm Leider aber auch Protest. Es wird argumentiert, die Altanlagen wären doch schon zur Genüge durch die Allgemeinheit gefördert worden. Nun müsste endlich Schluss damit sein. Jedem Anlagenbetreiber wäre durchaus zuzumuten, auf dem Strommarkt (kaufmännische) Abnehmer für den Strom zu finden. Diese Argumentation unterstützen wir nicht. Die Vermarktung von Strom setzt aktuell voraus, dass Anlagenbetreiber die Einspeisung des Stroms in das öffentliche Netz viertelstündlich erfassen. Diese Messung ist kostspielig und steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Zur Vereinfachung werden Überlegungen geäußert, die Abrechnung auf Grundlage von Prognosen und Wetterdaten zu ermöglichen. Bisher m.W. noch Zukunftsmusik – was aber nicht ist könnte ja noch werden.

    Die Elektrizitätswerke Schönau testen gerade auf lokjaler Ebene, wie die Vernetzung von PV-Anlagen über intelligente Messeinrichtungen (SMARD Meter) funktionieren könnte. Ziel ist es, Stromlieferanten künftig ein Arbeitsmittel an die Hand zu geben, PV-Anlagen (vor allem die, die aus der Förderung hinausfallen) in Vermarktungsstrukturen zu integrieren. Ob dies auch für Kleinanlagen bis 5 kW wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, wird sich zeigen.

    Auch Wechselrichterhersteller wie SMA überlegen, wie PV-Anlagen über Kommunikationseinrichtungen in die Vermarktung eingebunden werden können. Bisher ist dies nur für Anlagen über 100 kW praktikabel. Technisch scheint es kein Problem, es auch für kleine Anlagen einzurichten. Ob diese Lösung wirtschaftlich interessant ist, ist schwer abzuschätzen.

    Zum Thema Zählerkosten: Laut Messstellenbetriebsgesetz dürfen für moderne Messeinrichtungen (digitale Anzeige) von Netzbetreibern im Jahr nur 20 € brutto veranschlagt werden. Wenn der Zählerschrank geeignet ist, einen solchen Zähler einzubauen, sollte überlegt werden, den alten Zähler mit ggf. höheren Jahresgebühren austauschen zu lassen.

    Der SFV wird sich weiter dafür einsetzen, dass den Betreibern von Altanlagen nach Ablauf der EEG-Förderung ein wirtschaftlich sinnvoller Betrieb möglich ist. Im Februar 2019 bin ich zu diesem Thema bei der Clearingstelle EEG/KWKG zu einem Vortrag eingeladen. Ich hoffe, bei dem dort anwesenden Fachpublikum Unterstützung für unser Ansinnen zu finden.

    Viele Grüße
    Susanne Jung

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Antwort auf: Weiterbetrieb der PV-Altanlagen
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